BMWi - Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

Die originäre Zuständigkeit für Tourismusfragen (Rahmenbedingungen, Infrastruktur, Planung, Entwicklung und unmittelbare Förderung des Tourismus) liegt in Deutschland bei den einzelnen Bundesländern. Das BMWi hat die Verantwortung für alle Tourismusfragen, die Bundesinteressen berühren und von übergeordneter bundespolitischer Bedeutung sind. Ebenso liegt die Zuständigkeit und Vertretung bei internationalen Tourismusangelegenheiten, sofern sie sich an die Bundesrepublik Deutschland richten, in der Regel beim BMWi. So ist das BMWi zum Beispiel Mitglied in der Welttourismusorganisation UNWTO oder vertritt die Bundesrepublik Deutschland bei der UN-Kommission für Nachhaltige Entwicklung (Commission on Sustainable Development, CSD). Zuständig zu diesen Fragen ist in der Abteilung „Mittelstandspolitik“ das Referat VIII A 5 „Tourismuspolitik“.

Das BMWi finanziert die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT), die Marketingagentur für den Deutschlandtourismus im In- und Ausland mit jährlich ca. 25 Mio €.

Eine zentrale Aufgabe des BMWi ist die Unterstützung der deutschen Wirtschaft mit der Entwicklung geeigneter Förderprogramme, darunter auch Programme für die Tourismuswirtschaft. Das BMWi verhandelt hierbei einerseits mit den Bundesländern über gemeinsame Förderungen auf nationaler Ebene, andererseits nimmt es die internationale Vertretung bei Verhandlungen zur Förderpolitik mit der Europäischen Union wahr.
Seit einigen Jahren verfügt das BMWi über einen speziellen Haushaltstitel zur Förderung nachhaltiger Tourismusangebote. Seitdem wurden u.a. Projekte in den Segmenten Fahrradverkehr („Deutschland per Rad entdecken“), Wandern („Wanderbares Deutschland“) oder zur Entwicklung des Wassertourismus gefördert.

Das BMWi wird fachlich unterstützt von einem „Beirat für Fragen des Tourismus beim BMWi“, einem Beratergremium, das sich aus Vertretern von Unternehmen und Spitzenverbänden der Tourismuswirtschaft, der Verkehrsträger, des Deutschen Industrie- und Handelstages (DIHT), der Kommunen, der Gewerkschaften, der Medien und der Wissenschaft zusammensetzt.

Zur Homepage http://www.bmwi.de

Tourismuspolitische Leitlinien

Im Dezember 2008 hat das Bundeskabinett erstmals Tourismuspolitische Leitlinien beschlossen. Der Tourismus steht gegenwärtig insbesondere vor drei Herausforderungen: dem Klimawandel, dem demographischen Wandel und der Globalisierung. Der Klimawandel wird touristische Zielgebiete verändern und Tourismusströme umleiten. Der demographische Wandel führt zu einer Verschiebung der Altersstruktur der Reisenden. Die Globalisierung hat mit der Entwicklung neuer Reiseziele und Kundengruppen zu einer Intensivierung des weltweiten Wettbewerbs der Reiseziele geführt.

Deutschland soll sich als nachhaltiger Tourismusstandort positionieren - mit hohen Umweltstandards und hohem Erholungswert. Auch gilt es, sich vermehrt auf die Alterung der Gesellschaft einzustellen, für die die barrierefreie Erreichbarkeit ihrer Reiseziele einen hohen Stellenwert hat. Deutschland will für hervorragende Qualität touristischer Angebote und Leistungen stehen. Erstklassige Infrastruktur, Service und Gastfreundschaft sowie motiviertes und gut ausgebildetes Personal sind Kernelemente.

Die Tourismuspolitischen Leitlinien sollen eine Orientierung für die Tourismusbranche und die Tourismuspolitik bieten, damit der Tourismus auch weiterhin Wachstumslokomotive und Imagefaktor für Deutschland sein kann.

Zum Download: Tourismuspolitischen Leitlinien

Projekt: Förderdatenbank

Das BMWi unterhält eine Internet-Datenbank über Wirtschaftsförderprogramme auf EU-, Bundes- und Landesebene für Unternehmen in Deutschland, darunter auch Unterstützungen und Hilfen für die Tourismuswirtschaft. Die Programme sind unabhängig von der Förderebene oder dem Fördergeber über spezielle Suchkriterien aufrufbar. Dabei werden auch die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Programmen aufgezeigt, die für eine effiziente Nutzung der staatlichen Förderung von Bedeutung sind. Besonders wichtig jedoch sind diejenigen Programme und Beratungsangebote, welche allgemein geeignet sind, eine umweltschonende Unternehmensführung zu fördern, sei es die Unterstützung der Nutzung erneuerbarer Energien oder auch ganz allgemein das Umweltmanagement.

Mehr Informationen http://db.bmwi.de/

Projekt: Förderschwerpunkt Freizeitverkehr

Der Freizeitverkehr galt in der Verkehrswissenschaft bisher als heterogen strukturierter Verkehr, der statistisch schwer zu fassen ist. Nicht zuletzt aus diesem Grund wurde er wissenschaftlich ungenügend beachtet und war nicht Grundlage von verkehrsplanerischem Handeln. Andererseits wird der zu Freizeitzwecken zurückgelegte Verkehr je nach Quelle auf 40%-50% des gesamten Personenverkehrs geschätzt. Dieser Tatsache will das unter der Führung des BMBF begonnene und nun dem BMWI zugeordnete Projekt Förderschwerpunkt Freizeitverkehr Rechnung tragen. Ziel ist es, die Einflüsse und Bestimmungsgrößen dieser Verkehrsart besser zu verstehen und das interdisziplinär erarbeitete Wissen für alle an der Verkehrswissenschaft, Verkehrsplanung und Verkehrspolitik beteiligten Disziplinen und Institutionen verfügbar zu machen.

Mehr Informationen: Förderschwerpunkt Freizeitverkehr

Studie: Barrierefreier Tourismus für alle in Deutschland - Erfolgsfaktoren und Maßnahmen zur Qualitätssteigerung

Mit der Studie "Barrierefreier Tourismus in Deutschland - Erfolgsfaktoren und Maßnahmen zur Qualitätssteigerung", erstellt durch das Institut für Geographie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie wurde eine „Analyse von Erfolgsfaktoren und Entwicklung von Maßnahmen zur Qualitätssteigerung im barrierefreien Tourismus für Alle in Deutschland" veröffentlicht. Die Studie belegt, dass Barrierefreiheit in den vergangenen Jahren im Deutschlandtourismus wesentlich an Bedeutung gewonnen hat. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund des demografischen Wandels stellen sich die touristischen Entscheidungs- und Leistungsträger dieser Herausforderung in immer stärkerem Maße. Noch aber fehlt es an einer flächendeckenden nachhaltigen strategischen Planung und deren Umsetzung bei der Angebotsgestaltung und beim Vertrieb entlang der gesamten touristischen Servicekette. Urlaub und Reisen für alle sollte zum normalen Alltag gehören und ein wichtiger Faktor für eine selbstbestimmte und gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sein. Deshalb soll "Barrierefreiheit“ ein wesentliches Qualitätsmerkmal für den Deutschlandtourismus werden.

Zum Download der Studie:  "Barrierefreier Tourismus für alle in Deutschland - Erfolgsfaktoren und Maßnahmen zur Qualitätssteigerung"

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