Die Qual der Wahl
Reiseveranstalter ist jedoch nicht gleich Reiseveranstalter. Das betrifft auch Unterschiede bei der Berücksichtigung von Kriterien zur Umwelt- und Sozialverträglichkeit. Dies beginnt mit der Auswahl geeigneter Beförderungsmittel und endet beim organisierten Souvenirkauf. Ob beispielsweise in den angebotenen Hotels faire Arbeitsbedingungen herrschen oder ein Umweltmanagement-System existiert, überlassen viele Reiseveranstalter der Verantwortung ihrer Vertragspartner. Hinzu kommt, dass die meisten Reiseveranstalter ihre Unterkünfte nicht direkt buchen, sondern mit so genannten lokalen Incoming-Agenturen (lokale Reiseveranstalter) zusammenarbeiten. So wird es für den Veranstalter noch schwieriger, den fairen Umgang mit Gastland und Gastgebern zu garantieren.
Allerdings gibt es heute bereits sehr viele Reiseveranstalter, die darauf bedacht sind, ihre angebotenen Reisen verträglicher zu gestalten: durch Zug- statt Fluganreisen innerhalb von Europa oder aber mit Hilfe von originellen Ideen, wie z.B. Fahrradtouren durch das Ruhrgebiet. Auch indem stark belastete Regionen aus dem Programm genommen oder Exkursionen nur mit einheimischem, fachlich geschultem Personal durchgeführt werden, um sensible Naturregionen nicht zu gefährden, leisten heute schon viele Reiseveranstalter wichtige Beiträge für einen verträglichen Tourismus.
Viele dieser Reiseveranstalter haben sich im „forum anders reisen“ zusammengeschlossen, einem Unternehmensverband mit zur Zeit rund 130 zumeist kleineren und mittelständischen Veranstaltern. Diese haben sich alle zur Einhaltung der in ihrem Verband aufgestellten Umwelt- und Sozialkriterien verpflichtet. Und auch einige der großen Reiseveranstalter bemühen sich, ihre Reisen verträglicher zu gestalten. So verfügt der Marktführer TUI beispielsweise über eine eigene Umweltabteilung.
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