UNCED - Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung

Im Juni 1992 veranstalteten die Vereinten Nationen in Rio de Janeiro die Konferenz über Umwelt und Entwicklung (United Nations Conference on Environment and Development - UNCED). Die Konferenz bildete den Ausgangspunkt für eine neue weltweite Zusammenarbeit in der Umwelt- und Entwicklungspolitik. Sie hat deutlich gemacht, dass Umwelt sowie wirtschaftliche und soziale Entwicklung nicht mehr als voneinander losgelöste Faktoren betrachtet werden dürfen, sondern in einem engen Zusammenhang zueinander stehen. Wichtigstes Ergebnis des Gipfels war die Agenda 21 sowie eine Reihe von Übereinkommen, darunter das Übereinkommen über die Biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity - CBD).

Zur Homepage http://www.un.org/esa/sustdev/

CSD - Die Kommission für nachhaltige Entwicklung

Die Kommission für nachhaltige Entwicklung (Commission for Sustainable Development - CSD) ist das wichtigste internationale Gremium zur Überprüfung der Fortschritte bei der Umsetzung im Rio-Folgeprozess. Sie ist aus der UNCED-Konferenz (dem „Erdgipfel“) 1992 in Rio hervorgegangen und hat seitdem jährliche Tagungen zu verschiedenen Nachhaltigkeitsthemen abgehalten. Als funktionale Kommission des Wirtschafts- und Sozialrats der Vereinten Nationen (Economical and Social Council - ECOSOC) hat sie 53 Mitglieder, die für jeweils drei Jahre im ECOSOC gewählt werden. Auf dem Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung (World Summit on Sustainable Development - WSSD) in Johannesburg 2002 hat die Staatengemeinschaft beschlossen, dass die CSD die Umsetzung der Agenda 21 und des Johannesburg-Aktionsplans vorantreiben und die Erörterung der so genannten freiwilligen Partnerschaftsinitiativen koordinieren soll. Eine weitere Aufgabe der CSD ist es, die Integration des Konzepts der nachhaltigen Entwicklung in allen Politikbereichen zu fördern.

Zur Homepage der CSD - Commission for Sustainable Development

Zur Homepage des ECOSOC http://www.un.org/docs/ecosoc

Tourismus und Nachhaltige Entwicklung

In der 1992 auf der Umwelt- und Entwicklungskonferenz (United Nations Conference on Environment and Development - UNCED) in Rio verabschiedeten Agenda 21 spielte der Tourismus noch keine wesentliche Rolle. Der Begriff der Nachhaltigkeit fand jedoch schnell Anwendung auf den Tourismus. Um nachhaltig zu sein, muss der Tourismus soziale, kulturelle, ökologische und wirtschaftliche Verträglichkeitskriterien erfüllen. Er muss langfristig, in Bezug auf heutige wie auf zukünftige Generationen, ethisch und sozial gerecht und kulturell angepasst, ökologisch tragfähig sowie wirtschaftlich sinnvoll und ergiebig sein. Diese Dimensionen der Nachhaltigkeit stehen in engem Zusammenhang und in Wechselwirkung miteinander und müssen integrativ gesehen und behandelt werden.

CSD-Arbeitsprogramm 1999 zu Tourismus

Einem Auftrag der UN-Sondergeneralversammlung von 1997 folgend, hat die Kommission für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (CSD) auf ihrer siebten Tagung im April 1999 in New York ein umfangreiches Arbeitsprogramm zu Tourismus und nachhaltiger Entwicklung verabschiedet. In ihrer Entscheidung wendet sich die UN-Kommission an Regierungen, die Tourismuswirtschaft, wichtige gesellschaftliche Gruppen sowie das UN-System und ruft zum konkreten Handeln auf. In Einklang mit dem Leitbild der nachhaltigen Entwicklung wurden wirtschaftliche, umweltbezogene, soziale und kulturelle Aspekte des Tourismus berücksichtigt. Die Einbindung und Kooperation aller wichtigen gesellschaftlichen Gruppen („Major Groups“) gemäß Definition in der Agenda 21 wird deutlich hervorgehoben, das Partizipationsprinzip fest verankert. Es wurde eine ganze Reihe politischer Maßnahmen angestoßen, die von allen Beteiligten in gemeinsamer Verantwortung konkretisiert und umgesetzt werden sollen. Dies heißt auch, dass vor allem die Menschen in den touristischen Zielgebieten an der Planung und Gestaltung des Tourismus beteiligt sein müssen. Die Belange der einheimischen Bevölkerung, wie die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln, Gesundheit und Ausbildung müssen dabei Vorrang vor den Bedürfnissen der Touristen behalten. 2012/2013 soll Tourismus wieder auf der Tagesordnung der CSD stehen.

Mehr Informationen zur 7. Tagung der CSD 1999
http://www.un.org/esa/sustdev/sdissues/tourism/tourism_decisions.htm

WSSD - Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung

Auf dem „Rio+10“-Gipfel 2002 (World Summit on Sustainable Development - WSSD) in Johannesburg waren die Staatenvertreter weit davon entfernt, die 1999 im Tourismus-Arbeitsprogramm der Kommission für nachhaltige Entwicklung (CSD) geforderte Bilanz zu ziehen. Die wenigen im Johannesburg-Aktionsplan zum Tourismus verabschiedeten Absätze enthalten weder wirklich Neues noch halbwegs Konkretes. Die Sichtweise wurde auf das Nischensegment Ökotourismus eingeengt. Auch ist der Beschluss des Weltgipfels deutlich wirtschaftslastiger als das Arbeitsprogramm der CSD, in dem noch die aktive Beteiligung aller wichtigen Akteursgruppen, insbesondere auch lokaler und indigener Gemeinschaften, eingefordert wurde.

Mehr Informationen zum Johannesburg-Aktionsplan des WSSD
http://www.un.org/esa/sustdev/documents/
WSSD_POI_PD/English/POIToc.htm

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